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Schreinerei Michael Roth
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“Was so'n halber Ton nicht alles ausmacht!”
-Jens

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Das Kosovo; würden die Menschen aufhören sich gegenseitig umbringen zu wollen, wäre es ein spitzen Urlaubsland.

Auf Einladung der Bundeswehr schulterten wir am 15.08. unser 800kg Equipment und zogen mit Y-Tours gen Kosovo. Das alljährliche Verpacken der Weihnachtsgeschenke verblasst  vor der Erfahrung  einen 42 kg schweren Lautsprecher in Filz und Frischhaltefolie zu wickeln (Transportschutz).  

Y-BusGepäck

Nach acht oder neun Stunden gemütlicher Busfahrt mit kurzem Super-Stau erreichten wir, frisch ausgeruht (13 Passagiere für 50 Plätze), den malerischen Fliegerhorst Penzing in Bayern. Drei vergebliche Startversuche der Transall (für Insider „Trall“) verschafften uns weitere 4 Stunden erquickliche Wartezeit, die wir für Kontemplation nutzten.

VorfeldWarten

Die Transall als antiker, seit den Sechzigern fliegender, Laster verfügt in ihrem Inneren über drei Klimazonen: vorne „brüllend heiß“, in der Mitte „gemäßigt“ und im Heck „polar“. Jedoch konnten wir exzellent schlafen (hier noch einmal ein ausdrücklicher Dank an die Firma Ohropax), da die Maschine ähnlich spärlich besetzt war, wie der Bus zuvor. Robin, der am nächsten Tag Geburtstag hatte, durfte sogar die 3,5 Stunden Flug im Cockpit verbringen (es war im Übrigen offiziell strengstens verboten Fotos zu machen). Hier dazu ein paar Fotos.

CockpitFlug

Kurz nach der Landung in Pristina und der Lektion, dass es sich bei einer „Bristol“ (Bristol = Splitterschutzweste) keinesfalls um eine Brezel handelt (Sebastian), wurden wir von Lara Croft, der Feldjägerin, die mehr Eier in der Hose hat als sämtliche männlichen Mitglieder der Band (plus Roadies), im Konvoi, bestehend aus 3 Wolf Geländewagen, dem Reisebus und einem Transportpanzer Fuchs, nach Prizren eskortiert. 

Brezel ungleich BristolKonvoi

Im Feldlager der Bundeswehr in Prizren bezogen wir unsere Wohnmodule und lernten unsere exzellenten Betreuer Stabsfeldwebel Berthauer (Stabsfeld Uwe) und Hauptgefreiter Weber (Meister Weber) kennen.

Uwe und Meister Weber

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem Interview bei Bundeswehr Radio Andernach mit Moderator „Yesterday-Man“ zu einer Sightseeing-Tour ins Bistrica-Tal auf. (Wir lernen: eine Safe-Line ist kein Schatten auf dem Boden)

Nachmittags nutzten wir dann unsere „Genehmigung zur Einnahme der Truppenverpflegung“ um uns am reichhaltigen Buffet des Lagers, das 4 Sterne Hotel-Charakter hat, zu laben, um so gestärkt den Aufbau und Auftritt im San-Shine-Garden bestreiten zu können. (San-Shine-Garden und nicht Sun-Shine-Garden, weil er von Sanitätssoldaten errichtet wurde.)

 

"Los Lappos"

Den Rahmen für unseren Auftritt bildete zum einen Jörg, der in Singer-Songwriter-Manier, mit der Akkustikgitarre ein paar seiner selbstgeschriebenen Lieder, aus Zeiten der "Masters of Hypocrisy" bzw. "Smurfs on Weed", spielte.

Zum anderen war das die Band des Feldlagers Prizren, bestehendend aus 5 dort stationierten Soldaten. Besonders zu erwähnen ist der "Spielbefehl" für "Los Lappos", wie sich die Band nennt. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass man sie nicht zwingen musste aufzutreten, ganz im Gegenteil. Es war ein wirklich guter Beginn des Abends und wir waren nicht nur aufgrund der nahezu tropischen Temperaturen heiß darauf, endlich auftreten zu können.
 

do not feedAnke und Sebastian

Dennis am Schlagzeugdas Publikum

Commander's Coin General Bund, Oberbefehlshaber der deutschen Truppen im Kosovo, überreichte uns zum Dank für unseren musikalischen Fronteinsatz den „Commander's-Coin“.

Obwohl wir aus Duisburg kommen, war es unser erster Auftritt vor bewaffnetem Publikum, und wir haben es genossen! Die Menge war zwar aufgrund des Flecktarnmusters kaum zu erkennen, ist jedoch von Anfang an super mitgegangen.

Mit dem Auftritt war der Abend allerdings noch nicht gelaufen, bis spät in die Nacht saßen wir vor unseren Wohnmodulen und pflegten Zivil/Militärische Kontakte. 

Beim Verladen unseres Equipments am nächsten Morgen, erteilte uns die Bundeswehr eine lehrreiche Lektion zum Thema Transportlogistik. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir uns auch solch praktische Gefährte anschaffen werden.

Radlader mit EquipmentTransporter

ZeltMit der Bundeswehrversion des Bullys ging es dann auf nach Pristina ins NATO Headquarter, das den offiziellen Namen „Filmcity“ trägt. Wie es zu diesem Namen kommt können wir allerdings auch nicht erklären.

Als Unterkunft diente dort - stilecht - ein riesiges Zelt, in dem mindestens 50 Personen schlafen konnten. Nicht so heimelig und privat, dafür versprühte es den prickelnden Charme eines Klassenausflugs. Erwähnt seien hier auch die mannsgroßen Klimaanlagen, die das Zelt mit einem Orkan erfüllte.

Nach dem etwas verregneten Aufbau spielten wir abends bei einem, von deutschen und französischen Truppen organisierten, Grillfest, mit Bratwürstchen und Crêpes.

 Auftritt

German NSE

Auftritt

 

 

 

 

 

 

 

Im National Support Element (NSE) ließen wir den Abend ausklingen bevor wir in unser Zelt zurückkehrten und uns mit dort ebenfalls übernachtenden Soldaten der US-Navy fraternisierten (Spider-Pig, Spider-Pig…).

US-Navy Soldaten

Am darauf folgenden morgen genossen wir ein ausgedehntes, bayrisches Frühstück. Diesem Frühstück wohnte auch der Oberbefehlshaber der NATO Truppen im Kosovo, General Kather bei. Circa zwei Wochen zuvor sprach dieser vor der UN-Vollversammlung, an diesem morgen zur Do Not Feed-Vollversammlung. So gestärkt brachen wir zu einer Rundreise in die Region Pristina auf. Beim ersten Zwischenhalt konnten wir in einiger Entfernung Kalaschnikow-Schüsse wahrnehmen, unsere Begleitung versuchte uns allerdings mit dem Satz „das ist eine Hochzeit“ zu beruhigen. Danach hatten wir die Chance geschichtsträchtige Orte der Balkankriege sowie weitere landschaftliche Höhepunkte in diesem sehr schönen Land zu besuchen. Unsere Eindrücke lassen sich am besten mit Fotos vermitteln.

Stausee

Dorf

 zerstörtes Haus
zerstörtes Haus entlang der Straße

Brücke in Mitrovica
Ein Brennpunkt des Konflikts, die Brücke in Mitrovica

Noch ergriffen von den Eindrücken der vergangenen Tage traten wir am nächsten morgen, nach schier unendlichen Stunden des Wartens am Flughafen die Rückreise nach Penzing in der Transall und von dort aus mit einem Bus nach Duisburg, an. 

Es waren für uns Tage voller Spaß und neuer, spannender Erfahrungen, die wir so nicht unbedingt erwartet hatten. Gleichzeitig war es bedrückend festzustellen, dass dieser bei vielen bereits vergessene Konflikt noch immer schwelt und sich dieses so schöne Land ohne die KFOR-Truppen bald wieder in Zuständen wie zu Zeiten des Krieges befinden würde.

Wir danken der Bundeswehr und insbesondere Oberstleutnant Krause dafür, dass wir diese einmaligen Erfahrungen machen und solche Eindrücke gewinnen konnten.

 Gruppenbild

 
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